Früher wurde die Gerste in fast allen dolomitischen Tälern angebaut. In jüngerer Vergangenheit ist der Gersteanbau etwas vernachlässigt worden und es gibt nur einige kleine Felder auf entlegenen Gebieten in den Bergen. Vor kurzer Zeit hat eine Gruppe vereinigter Landwirten angefangen, die Bellunesische Gerste (Orzo Bellunese) wieder vermehrt anzubauen, sowohl eine alte authentische Variante als auch modernere Varianten. Die Gerste wird unter Zuhilfenahme umweltfreundlicher Techniken angebaut. Die Ernte wird im Sommer durchgeführt und im Rahmen von Folklore-Veranstaltungen regelrecht gefeiert. Um die Bellunesische Gerste zu gustieren, bieten sich einige Varianten an: Etwa traditionell in geschälter Form in Suppe, zu Vollkornmehl gemahlener Orzo Bellunese in Brot und Teig, geröstet als Gerstenkaffee (caffè d’orzo) und sogar als Gerstenmalz im traditionellen Bier „Dolomiti“, das von einer bekannten Feltriner Brauerei hergestellt wird. Ratschläge: Ein sehr typisches Gericht der Bellunesischen Küche ist die Gerstesuppe (minestra d’orzo decorticato). Man darf jedoch auch nicht die moderneren Orzotti vergessen, das heißt Gerste in moderner Form, beispielsweise ein Gerstensalat mit Gemüse der Jahreszeit oder mit dazu passendem Getränk. Zertifizierungen: Die Bellunesische Gerste in ihrer ursprünglichen Variante wurde als Presidio Slow Food anerkannt, um den originalen Samen zu bewahren und dessen Vermehrung zu fördern sowie um das Wissen zu bewahren, das mit dem Anbau und der Bearbeitung der Gerste in den Mühlen verbunden ist. Denn der Orzo Bellunese kann eine gute Alternative zur intensiven nicht traditionellen Landwirtschaft sein. Zusätzlich wird der Gersteanbau im Bellunese als Möglichkeit gesehen, der zunehmenden Abwanderung aus ländlichen Regionen Einhalt zu gebieten. Außerdem ist er als P.A.T. - Agroalimentare Traditionsprodukte bezeichnet. Zertifizierungen: Presidio Slow Food Website: www.presidislowfood.it Geschäft: www.dolomitiprealpi.com